Australien - Verwirklichung einer ganz verrückten Idee

 

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Montag, 11. Dezember 2006

Tidal River - Cowes
Es hat ein wenig geregnet in der Nacht und auch am Morgen sind die Berge verhangen und nichts deutet auf Besserung hin. Aber wir ziehen unsere festen Schuhe an und machen uns auf den Weg zum Squeaky Beach, allerdings nicht auf dem direkten Weg, sondern mit einem Schlenker über den Tidal Overlook. Immer wieder gibt es schöne Ausblicke auf das Flusstal und später auf die nächste Bucht. Der Weg verläuft mal völlig im Windschutz, mal sind wir dem starken Südwind schutzlos ausgesetzt. Dieser Wind vertreibt aber auch zusehends die Wolken, es wird immer blauer über dem Meer. Am Pillar Point ganz am Ende der Felszunge weht es so stark, dass Elke Angst hat, ich könne von den Felsen getrieben werden. Ich überlebe mein Fotografieren aber und wir können uns unbeschadet auf den Rückweg machen. Gegen zwölf Uhr sind wir am Platz zurück, der Wagen steht schon abreisefertig und wir fahren los. Die Fahrt ist heute allerdings kein Vergnügen, denn unser hohes Gefährt ist den Windböen gegenüber sehr anfällig und ich muss dauernd gegensteuern, besonders wenn Gegenverkehr kommt. Der ist aber auch heute sehr selten. Wir bleiben auf der Küstenstraße, fahren einige interessante Outlooks an und nähern uns langsam Phillip Island. Ich finde den Berry Beach, weswegen wir noch einmal hierher gekommen sind, auf Anhieb. Allerdings reicht uns ein kurzer Blick von der Treppe, denn erstens ist der Wind viel zu stark, als dass wir zum Strand wollen, zweitens lassen die hohen Wellen sowieso kein Bad zu und drittens stellen wir fest, dass der Strand, obwohl sehr schön, doch nicht an die vielen noch schöneren Strände herankommt, die wir auf unserer gesamten Fahrt gesehen haben. Also fahren wir nach Cowes auf den C-Platz, der einen Pool bietet, mieten uns dort für eine Nacht ein, laufen in den Ort, essen Fish and Chips, laufen zurück, ich koche Nudeln für Elke und verarbeite unsere letzten Tomaten und Gurken zu Salat, gehe schwimmen. Später sitzen wir im Kühlen vorm Wohnwagen, ich schreibe Tagebuch und Elke kämpft mit dem Handy, denn heute haben wir wieder Empfang.
17.10.08 13:03


Sonntag, 10. Dezember 2006

Woodside Beach – Tidal River
Welch ein Abschluss unserer Australienfahrt: Wilsons Promontory!!!
In Foster nehmen wir telefonischen Kontakt von der öffentlichen Telefonzelle mit Gisela auf um sie zu beruhigen, dass wir dem Feuer gut entkommen sind. In der Zeitung, die uns ein netter Nachbar aus der Stadt mitgebracht hatte, hatten wir nämlich die Ausmaße des Brandes gesehen, es ist ja so, als ob halb Niedersachsen brennen würde. Das Satellitenbild zeigte auch die Qualmwolke, die sich über ganz Südost-Victoria erstreckt, bis hin zu Wilsons Prom.
Wir bezahlen am Parkeingang einundzwanzig Dollar für den Besuch und die Übernachtung, bekommen Hinweise und Merkblätter und fahren dann die restlichen dreißig Kilometer nach Tidal River. Aber schon auf halbem Weg halten wir an. Was ist das? Dünen mitten im Gebirge, und selbst so hoch wie die Berge? Beim Hinlaufen sehen wir, dass es wirklich überdimensionierte Sanddünen sind. Einige Schritte weiter, und wir sind am Meer. Wieder solch ein Gegensatz: Die sandige Bucht wird begrenzt von überhausgroßen rundgeschliffenen Granitbrocken. Wir stehen und staunen. Über einen Steinhaufen hinweg führt ein Weg. Von oben blicken wir in die nächste Traumbucht und wir können uns vorstellen, wie es nach Norden und Süden so weiter geht. Der Platz am Tidal River ist groß, aber, wie erwartet, nur wenig belegt. Wenn am Nachmittag die Wochenendgäste abgereist sind, wird nur noch eine Hand voll Camper auf dem Gelände zurückbleiben. In der Informationsstelle holen wir uns Tipps für Wanderungen, beschließen aber nach dem Kaffee, angesichts der Hitze aufs Laufen zu verzichten und uns lieber an den Strand zu legen. Wir haben einen traumhaften Stellplatz ausgesucht, von dort geht es auf einem schmalen Weg durchs Gebüsch direkt zum Fluss. Hier erwartet uns die nächste Überraschung. Durch ein weites Sandbett mäandert ein schmaler brauner Fluss und ergießt sich direkt ins Meer. Das Wasser hat bestimmt 35 Grad, Kinder plantschen darin herum, Erwachsene liegen daneben. Das Wasser ist flach, wir ziehen die Schuhe aus und wandern direkt in den Ozean. Es herrscht Ebbe, der Strand ist unendlich breit und das Wasser geht einem beim Hineinwaten auf mehreren hundert Metern kaum über Bauchhöhe. So kann ich die Felsnasen im Wasser umlaufen und stundenlang spazieren gehen. Am Abend, nachdem wir unsere letzten Eier als Senfeier verarbeitet haben, wir haben hier keinen Strom und der Kühlschrank läuft nicht ewig, gehen wir noch einmal zum Strand. Über eine Stunde lang laufen wir an der Wasserkante entlang und nehmen Abschied von diesem so vielfältigen Land. Später ziehen wir uns wegen der Mücken in den Wagen zurück, in den letzten drei Tagen hat die Insektenplage zugenommen, da haben wir das auch noch mitbekommen.
17.10.08 13:02


Sonnabend, 09. Dezember 2006

Tathra – Woodside Beach
Nun ist in die anfangs langweilige Fahrt dieses Tages doch noch Spannung gekommen. Aber vorher frühstücken wir am weiten Strand. Elke ist ganz überrascht, als sie vom Duschen kommt und keinen gedeckten Tisch vor dem Wohnmobil vorfindet. Den habe ich inzwischen am Strand vorbereitet, ganz für uns zwei allein. Es ist wie im Hollywoodfilm.
Die folgende Strecke entlang der Küste ist öde und bis auf die zwei, drei Ausblicke ganz schnell hinter uns gebracht. Nur in Eden machen wir kurze Zwischenstation, um am Hafen Fisch zu kaufen. Es ist in Lakes Entrance noch zu früh, um Schluss zu machen, also fahren wir zur Information, um uns nach Campingmöglichkeiten weiter südlich zu erkundigen. Aber Fehlanzeige, über diese Region kann uns die Dame nichts sagen, sie gehört nicht zu ihrem Gebiet. Sie verweist uns an die Info in Sale. In Bairnsdale halten wir an, um einzukaufen, von hier sind es noch fünfzig Kilometer bis Sale. Am Ortsausgang stehen Warnschilder: Rauch über der Straße, Licht einschalten. Wir können zwar den Brandherd nicht sehen, es muss aber in der Nähe stark brennen, denn über der Strecke bis Sale hängen dichte Rauchschwaden. Wir kommen uns vor wie im Räucherofen, mal werden wir bräunlich-gelb, mal bläulich eingenebelt. In Sale in der Info zeigt uns die Dame im Internet, wo es überall brennt. Sie sagt auch, dass die Straße, die wir eben gefahren sind, morgen gesperrt werden wird, weil der Brand immer weiter nach Süden fortschreitet. Das hätte sie nicht sagen dürfen, denn nun ist Elke partout nicht mehr dazu zu bewegen, nach Seaspray zu fahren, um dort am Strand zu übernachten. Sie will bloß schnell weit weg von hier. Ich mache gute Miene zu diesem Spiel und so kommt es, dass wir nun in Woodside Beach auf einem leicht angegammelten Platz sitzen, auf dem die Dauercamper gerade zur Versammlung geblasen haben. Wir haben allerdings schon schön gebadet in ganz hohen Wellen und den taufrischen Fisch aus Eden haben wir auch schon verdrückt. Bei Bernd und Gilla können wir uns nicht melden, weil wir ganz weit ab von jeder Zivilisation sitzen und hier keinen Handyempfang haben.
17.10.08 13:01


Freitag, 08. Dezember 2006

Queanbeyan – Canberra - Tathra
Ich weiß bald nicht mehr, welche der gefahrenen Strecken ich als die eindrucksvollste bezeichnen soll. Heute gab es wieder solch ein Teilstück. Früh schon sind wir vom Platz und rollen im Stoßverkehr, der hier aber gar keiner ist, nach Canberra direkt in die Tiefgarage des Parlaments. Das Gebäude, eindrucksvoll auf einem Hügel positioniert und mit einem Burggraben, sprich Autobahn, umgeben, ist um diese Zeit für Besucher noch nicht geöffnet. Wir begeben uns deshalb erst einmal zu den alten Parlamentsgebäuden, die unterhalb des Neuen Parlaments liegen.. Hier hat man wegen der nationalen Bedeutung den neben dem Gebäude liegenden Senatorengarten restauriert und in seinen alten Zustand versetzt. Uns begeistern vor allem die vielen verschiedenen Rosenarten, die man gepflanzt hat, Züchtungen aus den 1970er Jahren, Kreuzungen zwischen alten englischen Shrub-Roses (Form) und modernen Teerosen (Farbe). Beim Weitergehen merken wir schnell, dass man Canberra wirklich nicht zu Fuß entdecken kann. Schon die Entfernungen auf der Capitolseite sind so weit, dass wir uns entschließen, lieber dem Parlament einen Besuch abzustatten. Nach der obligatorischen Untersuchung betreten wir das Foyer, ganz in blaugrün und weiß gehalten. Wir versorgen uns mit einer Broschüre und machen uns auf Entdeckungsreise, zeitweise getrennt, jeder sucht sich das Wichtigste heraus. Ich fahre mit dem Lift auf das Rasendach. Leider ist die Aussicht wegen des Dunstes nicht besonders gut, da bleibt mir mehr Zeit für die Member Hall mit ihrer schönen Holz-Beton-Kombination. Wir staunen beide, wie viel Zeit man in einem so nüchternen Regierungsgebäude verbringen kann, denn inzwischen ist es Zeit geworden, Canberra wieder zu verlassen. Wenn wir auch nur einen ganz kleinen Ausschnitt der Stadt gesehen haben, lohnend war der Abstecher allemal.
Was nun folgt, ist kaum in Worte zu fassen. Wir durchfahren eine weite, bergige Wüstenlandschaft, in der nur an ganz seltenen Stellen in Senken Wasser unter der Oberfläche vorhanden sein muss, dort nämlich grünen einige Büsche und Bäume. Wir wissen nicht, was die Rinder und Schafe auf den dürren Weiden noch zu fressen finden, dabei steht der eigentliche Sommer erst noch bevor. Das ganze Land ist von einem Dunstschleier überzogen, Wolken, Staub und Hitzeflimmern. Zum ersten Mal erleben wir richtig, was Fliegen für eine Plage sein können. Kaum steige ich zum Fotografieren aus, setzt sich auch gleich ein ganzer Schwarm dieser Tiere auf mich und ich schleppe sie natürlich mit ins Auto. Alles ist unwirklich, auch die kleinen Ortschaften, die wir durchfahren, passen zur Gegend, ein Hotel, ein General Store und drei Wohnhäuser. Wir kommen uns vor wie im Outback, dabei sind wir doch in den Ausläufern der Snowy Mountains auf fast 1200 m Höhe. Später stürzt die Straße auf sechs Kilometern steil ins Bega Tal und wenige Kilometer weiter haben wir in Tathra die Küste erreicht.
Hier ist es klar, der Wagen ist schnell aufgestellt und schon liege ich im Meer. Das tut gut nach so vielen Tagen Ozeanabstinenz. Im Ort essen wir Fish und Chips, der Strandspaziergang wird mehr eine Dorferkundung und das abschließende Glas Rotwein benötigt kein Eis, so kühl ist es inzwischen geworden.
17.10.08 13:00


Donnerstag, 07. Dezember 2006

Katoomba - Queanbeyan
Schon ganz früh sind wir auf den Beinen und um acht Uhr vom Platz. Die Lookouts in Blackheath steuern wir nicht an, es gibt nichts zu sehen wegen des dicken Nebels. So haben wir auch sehr schnell Mt. Victoria, die höchste Stadt in den Blue Mountains und damit unseren Abzweig nach Oberon erreicht. Von nun ab erleben wir noch einmal Australien, wie wir Deutsche uns das Land vorstellen: Weite, Dürre, Hitze, kaum Besiedlung. Während einer Fahrt von drei Stunden begegnen uns fünf Autos. Die Straße ist, wie versprochen, nur auf einigen Kilometern unsealed, dafür sauen wir uns das Auto in einer fünfhundert Meter langen Baustelle total ein. Wir sehen jetzt aus, als ob wir direkt aus dem Busch kämen. In Goulburn steuern wir die Touristinformation an und wir haben Glück. Hier erhalten wir fundierte Informationen über den Ort selber, die benachbarten Orte und den Tipp, über Canberra an die Küste zu fahren. Die nette Dame sagt uns auch gleich noch, dass wir eine Nebenstraße dorthin fahren sollen und auf diesem Wege einige interessante Orte zu sehen bekämen. Wir folgen den Ratschlägen und erleben wieder einen Abschnitt Australien pur. Wir durchfahren Dörfchen, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, wir erhalten bei Unsicherheiten bereitwillig Auskunft und wir freuen uns, dass wir diesen Weg gewählt haben. In Queanbeyan steuern wir den C-Platz an, der an einer belebten Straße liegt, bemerken nach dem Einchecken unseren Fehler, dass wir den falschen Platz genommen haben, bleiben dennoch hier und nach einem Spaziergang durch die Stadt und einigen Bieren ist die Stimmung wieder top.
17.10.08 12:59


Dienstag, 06. Dezember 2006

Katoomba, Jamison Valley
Nikolaus und nichts in den Sandalen. Dabei habe ich sie doch extra gewaschen!
Unser Nikolaustag sieht in diesem Jahr etwas anders als gewohnt aus. Wir wandern den gestrigen Klippenweg erneut nach Echo Point, diesmal aber darüber hinaus zu den 3 Sisters. Hier muss Elke ihre erste Mutprobe bestehen, denn der Weg zum ersten Felsen führt über eine schmale Treppe. So eingestimmt geht es den Great Stairway hinunter, 916 Stufen, in Stein gehauen, mit Holzbalken ausgelegt oder als Stahltreppe gebaut. Wie schon öfter festgestellt, ist in Australien alles etwas größer. Die Leitern im Slowakischen Paradies sind schon recht eindrucksvoll, aber in einem Rutsch über Treppen dreihundert Meter tiefer zu gelangen, das schlägt alles. Unten angekommen entscheiden wir uns für den bequemen Weg Richtung Railway, verwerfen an der nächsten Abzweigung allerdings unseren ursprünglichen Plan und biegen links zum Leura Forest ab. Und wir haben gut daran getan. Während der folgenden Stunden begegnen uns drei Personen, sonst sind wir mit dem Regenwald, seinen Gerüchen und Geräuschen allein.
In einem Wasserfall steigt der Weg wieder an. Über streckenweise historische Treppen aus dem Jahr 1893, so lange wird dieser Weg schon von Touristen begangen, gelangen wir nach einer anstrengenden Stunde wieder am oberen Klippenrand an. Von hier aus geht es eine weitere Stunde mit vielen schönen Lookouts bis nach Katoomba und von dort auf schnellstem Weg zum C-Platz. Über fünf Stunden waren wir, zeitweise völlig ungestört, im mächtigen Jamison Valley unterwegs. Jetzt gönnen wir uns einen Kaffee am Platz.
Wir haben deutsche Nachbarn bekommen, zwei Frauen, die mit dem Womo nach Perth wollen und gerade erst in Sydney gestartet sind. Wir als inzwischen schon “Fastaustralier” können ihnen einige wertvolle Tipps geben. Aus unserem Abendspaziergang wird nichts, denn der Himmel bezieht sich, es wetterleuchtet, blitzt und donnert. Der Regen allerdings bleibt aus. Dafür verabschiedet sich die Sonne furios mit einem prächtigen Farbenspiel.
17.10.08 12:58


Dienstag, 05. Dezember 2006

Narrabeen - Katoomba
Heute verabschieden wir uns für einige Tage von der Küste, denn wir fahren in die Blue Mountains. Die Anreise dorthin ist stressig, für beide, aber endlich kommen wir in Katoomba an. Vorher haben wir den Bahai Tempel besucht und uns über diese Glaubensrichtung informiert und wir haben herausbekommen, dass die Straße von Oberon nach Goulborn nur auf 8 km "unsealed" ist. Das beruhigt Elke und mich auch, denn wir müssen nicht wieder in das Verkehrsgetümmel nach Sydney zurück, um unsere Küstenroute fortzusetzen. Die Blue Mountains sind wirklich eine Reise wert, das merken wir schon, als wir zu den Wenworth Falls fahren und dort zu einigen Lookouts laufen. Riesige Felswände stürzen hier einige hundert Meter in die Tiefe und das nicht nur an einigen Stellen, sondern auf einer Fläche, soweit das Auge reicht. Später auf unserem ersten Spaziergang in Katoomba direkt vom C-Platz aus verstärkt sich dieser erste Eindruck noch. Hier ist alles noch steiler, noch gedrängter und gleichzeitig noch viel weiter. Wir freuen uns schon auf den morgigen Tag, an dem wir während einer längeren Wanderung diesen schönen Flecken Erde intensiver erkunden wollen.
17.10.08 12:58


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